Die Macht der Minderheit.

Vor unserem ersten Gebetstreffen (Ende Januar 2010) setzte ich mich mit den Kapiteln 6-9 im alttestamentlichen Buch Richter auseinander. Aus der Geschichte eines der Hauptcharaktere des Buches, Gideon, gab es verschiedene Punkte, die zu mir sprachen:

  1. Gideon hatte die richtige Einstellung: ihm war bewusst, dass die Vorstellung, dass er – ohne Gottes Kraft, in seiner eigenen Schwachheit und Bedeutungslosigkeit – von Gott gebraucht werden könnte, bloß ein Witz war.
  2. Er wollte Beweise, dass Gott wirklich auf seiner Seite war. Er war kein Fanatiker, sondern ging sehr bedächtig vor.
  3. Sein erster Auftrag war es, sich mit den Götzen in seiner eigenen Familie zu befassen – was er auch tat. Er riss die Götzenstatuen nieder, und errichtete an deren Stelle einen Altar für den Herrn. Es ist wichtig, immer zuerst vor der eigenen Haustür zu kehren. Persönliche Integrität geht vor – besonders bei einer klaren Berufung.
  4. Als er dann aufgefordert wurde, die Unterdrücker zu bekämpfen, bat er zweimal um ein übernatürliches Zeichen. Das tat er aber nicht, weil er nicht gewusst hätte, was er tun soll, sondern um Mut zu bekommen, seinen Auftrag umzusetzen.
  5. Er hat eine ganze Armee von Freiwilligen. Aber Gott will sichergehen, dass jedem klar ist, wem der Sieg zu verdanken sein würde. Um dieses Ziel zu erreichen, lichtet er zuerst die Reihen der Freiwilligen. Interessant hierbei seine Vorgehensweise: zuerst schickt er alle nach Hause, die Angst haben (die Angst ist in diesem Fall ein Zeichen mangelnden Gottvertrauens). Mehr als die Hälfte geht nach Hause. Alexander MacLaren schreibt:

    Nicht, dass der Glaube von jeder Vermischung mit Furcht frei sein müsste. Aber er muss die Furcht unterwerfen können, wenn jemand Gottes Krieger sein will, der in Seiner Stärke kämpft.

  6. Der zweite Test ist ebenfalls sehr interessant: Jeder soll Wasser aus einem Bach trinken. Diejenigen, welche das Wasser wie ein Hund direkt aus dem Bach trinken, müssen nach Hause gehen. Die anderen, die etwas zivilisierter tranken, durften bleiben und kämpfen. Ich denke, dass wir hier sehen, dass Gott mutige Männer möchte – aber nicht mit dem Mut eines Wilden, sondern eines Ritters. Nicht Wildheit, sondern kontrollierte Stärke. Männer, die entschlossen genug waren, um zu kämpfen, aber auch diszipliniert genug, um das auch beherrscht zu tun.
  7. Bei beiden Prüfungen geht es darum, herauszufinden, ob es sich um geistliche Männer handelt. Zuerst sendet er die nach Hause, die mehr Angst als Glauben haben. Aber dann gibt es noch den natürlichen Mut, der aus Unwissenheit oder Wildheit kommt. Das war der Mut der Mehrheit…trotzdem wurden sie nach Hause geschickt.
  8. Nun besteht Gideons Armee nur noch aus 300 Männern. MacLaren schreibt:

    Eine Lektion, die wir aus dieser Ausdünnung der Reihen lernen können, ist dass wir nicht anfangen brauchen, Köpfe zu zählen, wenn wir sicher sind, dass wir sein Werk tun. Noch brauchen wir uns davor zu fürchten, in der Unterzahl zu sein. Minderheiten sind oft im Recht, wenn sie Apostel neuer Ideen sind. Minderheiten, die sich an irgendwelchen Fossilien festklammern, liegen meistens falsch. (…) Lasst uns sichergehen, dass wir auf Gottes Seite sind. Und dann wollen wir uns nicht darum sorgen, wie wenige an unserer Seite sind, noch uns fürchten (…). Die dreihundert Helden hatten Gott auf ihrer Seite, und es war genug.

One Comment On “Die Macht der Minderheit.”

  1. trav

    es ist ja genug nit Gott zu sein

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