Fasten: Ärgern über die eigene Schwachheit (Erfahrungsbericht von Daniel)

Auch ich habe mir vorgenommen, zu fasten, ganz ähnlich wie Mareike wollte ich meinen Medienkonsum bewusst einschränken. Für mich hieß das: beschränke dich darauf, im Fernsehen maximal einmal pro Tag die Nachrichten zu schauen und darüber hinaus die Blogs und Internetseiten, die ich regelmäßig lese, maximal einmal täglich aufzurufen. Das scheint auf den ersten Blick nicht allzu schwer, aber ist durchaus dann schwierig, wenn man tagaus tagein hauptsächlich eigenverantwortlich und allein von zuhause aus arbeitet. Dann meine ich, mich auch beim Essen noch medial berieseln lassen zu müssen.

Die erste Woche lief wunderbar und ich machte sehr gute Erfahrungen mit dem Medienverzicht. Ich werde mir bewusst, dass ich meine Gedanken zumülle mit viel zu vielen Informationen und ich darüber hinaus nichts verpasse, wenn für einen halben Tag der Computer ganz ausbleibt, nur zum Arbeiten angemacht wird und die Emails ungelesen bleiben. Der bewusste Verzicht und die konsequente Einhaltung meiner selbstauferlegten Beschränkung gab mir nicht nur mehr Kraft für die tägliche Arbeit sondern ließ mich auch meinen Alltag viel bewusster wahrnehmen. Wenn man nur noch einmal am Tag Nachrichten schaut, nimmt man diese wesentlich konzentrierter und bewusster war.

Was das Internet angeht, habe ich jedoch die letzten beiden Wochen nicht durchgehalten. Es gab einen Punkt, an dem ich schwach geworden bin und ab dann fällt es umso schwerer, die Disziplin der ersten Woche wieder aufrecht zu erhalten. Aber dennoch freue ich mich, wenigstens eine Woche konsequent gewesen zu sein, auch wenn ich mich gleichzeitig über meine eigene Schwachheit und Dummheit ärgere. Denn es geht beim Fasten ja nicht um ein sklavisches Halten selbstauferlegter Regeln, sondern um das Freiwerden von unbewussten Abhängigkeiten. Ich möchte mich nicht länger passiv treiben lassen, sondern meine Zeit aktiv nutzen. Ein Vers ist mir in den letzten Wochen wichtig geworden. Paulus schreibt (1. Korinther 6,12, NGÜ): „,Alles ist mir erlaubt!‘ Wer so redet dem antworte ich: Aber nicht alles, was mir erlaubt ist, ist auch gut für mich und für andere. – ,Alles ist mir erlaubt!‘ Aber es darf nicht dahin kommen, dass ich mich von irgendetwas beherrschen lasse.“

Wahre Freiheit ist da zu finden, wo wir uns von nichts beherrschen lassen, außer von Gott selbst, der uns seine Weisungen an die Hand gibt, damit wir die Freiheit, die er uns in der Gemeinschaft mit sich schenken will, erfahren und erleben dürfen.

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