Nöten begegnen (Johannes Belger)

Zweifellos begegnen uns täglich viele verschiedene Nöte. Klein oder groß. Nah oder fern, fremde oder eigene Not. Sie kann Unrecht, Mitschuld oder eigenes Verschulden beinhalten. Not kann auch von verschiedenen Seiten missbraucht werden. Wie können und sollen wir auf die Nöte reagieren?

Jesus zeigt uns erstens den Blick von den Nöten weg auf Gott zu richten (z. Bsp. Mt 6,25-34) und zweitens den Blick von uns weg auf die Nöte der anderen zu richten (z. Bsp. Mt 14,13-21) . Unsere Nöte können wir Gott sagen und er kennt sie bereits. Das tut gut, zu wissen. Vieles liegt nicht in unserer Macht, um nicht zu sagen letztlich alles. Wir haben keine Garantie auf intakte Beziehungen, Gesundheit, Arbeit, Geld. Alle guten Dinge sind Gottes Geschenk an uns (Jak 1,17). Ein Geschenk können wir zwar nicht einfordern, aber darum bitten. Gottes Möglichkeiten sind unbegrenzt im Gegensatz zu unseren. Das sollte uns ermutigen für eigene Nöte und Nöte anderer zu beten.

Wir haben aber auch jeder Verantwortung für die eigenen Nöte und ins besonders die des anderen (Jak 2,15-16). Wir können nicht die Hände in den Schoß legen und darauf warten, das Gott alles Nötige für uns tut. Was in unserer Macht zu tun liegt, sollen wir tun. In Bezug auf uns selbst und andere. Wenn jeder anfängt an jemand anderes zu denken, ist schon vielen geholfen. Dabei bleibt es nicht nur beim Gebet für andere, sondern nach Möglichkeit wird der Not in der Tat begegnet. Um so mehr Menschen eine Last gemeinsam tragen, um so leichter ist sie für jeden Einzelnen. Wir helfen anderen, weil auch wir auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Wenn wir Nöten begegnen, spiegeln wir darüber hinaus wider, dass Gott unseren Nöten begegnet. Wir weisen auf das Evangelium, die gute Botschaft, hin: Gott hilft uns durch Jesus Christus. In jeder Notlage. Darüber hinaus gibt er uns erfülltes und ewiges Leben, egal wie unser jetziges Leben von Nöten geprägt sein mag. Dieses ewige Leben wird einmal ohne Not sein. Wenn Gott eine neue Welt erschafft ohne Nöte. Das gibt uns Hoffnung für jetzt und die Zukunft.

Nöten begegnen bedeutet, Gott Anliegen zu nennen und an andere denken. Wir begegnen bereits Nöten, indem wir im Trubel des Alltags uns nicht treiben lassen, sondern hilfsbereit sind. Zum Beispiel in Bus/Bahn Bedürftigen Platz machen, beim Rollator/Rollstuhl/Kinderwagen tragen helfen, beim Einkauf Menschen mit wenig Sachen vorlassen, Arbeitskollegen nach ihrem Wohlbefinden fragen und zuhören, Menschen zum Essen einladen u.v.m.

Zudem erfordern Aktionen wie Kaffee und Tee verschenken oder Müll aufsammeln in der Nachbarschaft nicht viel Überwindung und Mühe. All das verbessert ein Stück weit das soziale Klima insgesamt und kann Beziehungen schaffen, in denen individuellen Nöten noch spezieller begegnet wird. Als Gemeinde wollen wir Nöten begegnen, indem wir planen, ein Diakonat zu gründen. Eine Möglichkeit sich speziell dieser Aufgabe zu widmen und konkret zu engagieren. Wir werden natürlich auch irgendwo an unsere Grenzen stoßen. Dann können wir Hoffnung haben, dass Gott trotzdem Nöten begegnet, durch uns, durch andere und darüber hinaus.

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