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Die Bibel ist die Grundlage für unseren Glauben als Christen. Alles, was wir von dem wissen müssen, was Gott gesagt und geoffenbart hat, findet sich in diesem Buch. Um als Christen leben und auftreten zu können, müssen wir ihre Lehre kennen. Wir müssen wissen, was wir glauben und wie wir leben sollen.

Sich in der Bibel auszukennen, biblisch belesen und geschult zu sein, ist ein zentraler Aspekt der evangelischen Tradition. Wir wollen mündige, eigenständig denkende Christen sein. Und wir möchten einander dabei helfen, uns selbst und Gott immer besser kennenzulernen und für ihn zu leben. Die Bibel ist dafür unser Handwerkszeug.

Jeder Christ sollte die Bibel gelesen haben und sie bis zum Lebensende studieren. Deswegen werden wir als Gemeinde 2014 und 2015 dazu nutzen, gemeinsam durch die Bibel zu lesen. Dazu verwenden wir einen Bibelleseplan von Stephen Witmer. Dieser von ihm ausgearbeitete Plan teilt die täglichen Lesungen in logische Abschnitte ein, und führt in zwei Jahren ein Mal durch Altes und Neues Testament, sowie vier Mal durch Psalmen und Sprüche. Außerdem hat er den Vorteil, dass jeden Monat zwei Tage dafür da sind, um das Versäumte wieder aufzuholen.

Hier noch ein paar praktische Tipps:

1. Bete! Ohne Gottes Hilfe können wir sein Wort nicht verstehen. Daran sollten wir uns erinnern, und ihn darum bitten, uns Verständnis zu geben. Wir können mit König David beten:  „Öffne mir die Augen, damit ich die herrlichen Wahrheiten in deinem Gesetz erkenne!“ (Psalm 119,18) Wende dich von allem Anderen ab und Gott zu.

2. Lies aufmerksam! Es geht bei dieser Übung nicht einfach darum, ein Pensum zu erfüllen. Wir lesen zur persönlichen Bereicherung, um zu lernen. Wir lesen um zu hören. Deswegen ist es wichtig, aufmerksam zu lesen und sich ansprechen zu lassen. Die Bibel ist nicht nur ein geschriebenes Wort, sondern das lebendige Wort Gottes, das Dinge in uns bewirkt. Da es sich dabei aber nicht um einen magischen Vorgang handelt, müssen wir begreifen, um das Wirken Gottes erleben zu können. Das langsame, aufmerksame Lesen ist wie das Kauen und Verdauen von Nahrung. Vieles in der Bibel ist ‚unverdaulich‘ und ernährt uns nicht, wenn wir uns nicht wirklich darauf einlassen.

3. Denke an das große Bild und an Jesus! Die Bibel erzählt die Geschichte Gottes mit den Menschen. Diese sogenannte Heilsgeschichte (Schöpfung, Fall, Erlösung, Wiederherstellung) ist der Kontext für alles, was wir lesen. Sie ist der Wald, die einzelnen Texte sind die Bäume. Im Zentrum dieser Geschichte stehen Jesus Christus und das Kreuz. Jesus am Kreuz ist der Höhepunkt der Handlung. Weil alles entweder zum Kreuz zeigt oder hinführt bzw. vom Kreuz ausgeht, müssen wir immer überlegen, in welchem Verhältnis unsere tägliche Lesung zu Golgotha steht.

4. Bete! Nimm das Gelesene und Gelernte, aber auch deine Fragen oder das, woran du dich störst, mit ins Gebet.

5. Suche nach Möglichkeiten, die Bibel in deinen Alltag zu integrieren! Oft geht es hier einfach um unser Denken (Selbstwahrnehmung, Weltanschauung, etc.). Aber manchmal gibt es sehr konkrete Dinge, die wir tun können.  Geistliches Wachstum und echte Veränderung sind das Ziel. Es geht darum, Gott und Menschen besser lieben zu können. Wenn wir konkrete Umsetzungsmöglichkeiten nicht nutzen, laufen wir Gefahr, religiöse Heuchler zu werden, die viel wissen, aber nicht danach leben. Es ist nicht das Wissen, dass uns gerecht macht, sondern das Handeln.

6. Tausch dich aus! Der Heilige Geist leitet die Gemeinde gemeinschaftlich in die Wahrheit. D. h., dass nicht ein einzelner Christ das komplette Bild bekommt. Unser Erkennen ist Stückwerk, schreibt der Apostel Paulus – es ist ein Puzzle. Rede mit anderen über das Gelesene. Wenn du die Zeit hast, finde heraus, wie Christen in der Kirchengeschichte einen Text verstanden und ausgelegt haben. Auf diese Weise vermeiden wir Stolz und Überheblichkeit.

7. Sei nicht gesetzlich! Gesetzlichkeit bedeutet, sich und andere Christen nach den Kriterien Erfolg und Leistung zu beurteilen. Das führt immer zu Arroganz (wenn wir unser selbstgemachtes Level halten) oder Entmutigung (wenn es nicht klappt). Du kannst die Bibel nie ‚gut genug‘ kennen, du kannst nie ‚genug‘ beten, du kannst nie liebevoll und heilig ‚genug‘ sein. Gott ist unser Vater, nicht unser Arbeitgeber. Er beurteilt unser Herz, nicht unsere Leistung. Das Ganze ist ein freiwilliges Projekt, dass uns Gott näher bringen soll. Gesetzlichkeit bringt uns von Gott weg.

Hier der Bibelleseplan als PDF Download (noch auf Englisch).

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