Ort und Raum

Genauso wichtig wie der Glaube, dass der Heilige Geist überall wirken kann, ist die Tatsache, dass er es immer an bestimmten Orten tut. Gott hätte die ersten Jahre unserer Gemeinde überall prägen können, aber er hat es in der Eigelsteintorburg getan. Und der nächste Ort sind unsere neuen Räume in der Riehler Straße.

„Ich wuchs in einer Gemeinde auf, die dazu neigte, „diese Welt“ gering zu schätzen, und ihr „geistlichen Dinge“ vorzuziehen. Indem er dieses Grundstück am See kaufte und dieses Blockhaus baute, gab mein Vater mir – und, wie sich herausstellte, auch vielen anderen – ein Stück verwurzelt und geerdet Sein, ein Gefühl von ‚das, jetzt und hier‘, für den Glauben, der in mir heranreifte. Er gab mir einen Schrein, einen heiligen Ort, wo „im Himmel wie auf Erden“ gebetet und gelebt werden konnte. All das hätte ich damals nicht in Worte fassen können, aber rückblickend sah ich, dass sich in mir eine starke Überzeugung formte, dass das Glaubensleben nicht im Allgemeinen oder Abstrakten geführt werden kann. Alle großartigen Realitäten, die wir nicht anfassen oder sehen können, gewinnen Gestalt auf einem Boden den wir anfassen und sehen können.“ (Eugene Peterson; The Pastor)

Deswegen ist es wichtig, die Rolle bestimmter Orte anzuerkennen. Der Theologe Walter Brueggemann schreibt:

„Ein Ort ist ein Raum mit historischer Bedeutung, wo Dinge geschehen sind, an die man sich jetzt erinnert und die kommenden Generationen Kontinuität und Identität bieten. Ein Ort ist ein Raum, in dem wichtige Worte gesprochen wurden, Worte, durch die Identität gestiftet, Berufung definiert und sich Lebenswege vorgestellt wurden. Ein Ort ist ein Raum, in dem Gelübde gegeben, Versprechen gemacht und Forderungen gestellt wurden. Ein Ort ist genau genommen ein Protest gegen die aussichtslose Suche nach Raum. Ein Ort ist eine Deklaration, dass unser Menschsein sich nicht in Flucht, Loslösung, fehlender Verpflichtung und undefinierter Freiheit finden lässt.

Kommentar verfassen