Evangelium

Sünde ist das Problem.

Die Diagnose der Bibel ist sehr eindeutig: das Hauptproblem der Menscheit ist die Sünde. Sünde ist gleichzeitig persönlich und systemisch. Sie hat drei Dimensionen: Gesetzlosigkeit, Götzendienst und Gottesferne. Gesetzlosigkeit bedeutet, dass ein Mensch alle Regeln (außer den eigenen) ablehnt, also moralischer Relativismus. Den Begriff des Götzendienstes hat uns Martin Luther sehr gut definiert:

Was heißt, einen Gott haben, oder was ist Gott? Antwort: ein Gott heißt das, dazu man sich versehen soll alles Guten und Zuflucht haben in allen Nöten; also dass einen Gott haben nichts anders ist, denn ihm von Herzen trauen und glauben; wie ich oft gesagt habe, dass allein das Trauen und Glauben des Herzens beide macht, Gott und Abgott. Ist der Glaube und Vertrauen recht, so ist auch dein Gott recht; und wiederum, wo das Vertrauen falsch und unrecht ist., da ist auch der rechte Gott nicht. Denn die zwei gehören zusammen, Glaube und Gott. Worauf du nun (sage ich) dein Herz hängst und verlässest, das ist eigentlich dein Gott.

Deswegen bedeutet Götzendienst, dass wir etwas/jemand anderem als Gott den Platz in unserem Herzen und Leben einräumen. Außerdem ist Sünde Gottesferne. D. h. Sünde beschreibt einen Zustand, in dem ein Mensch sein Herz vor Gott verschlossen hat. Von Natur aus bewegt sich der Mensch (auch wenn er religiös ist) von Gott weg. Und das Ergebnis lässt sich überall in unserem Leben und unserer Stadt beobachten: Sünde macht kaputt, zerstört, bringt Leid und Tod. Sünde ist das Problem.

Jesus ist die Antwort

Der Mensch kann sich nicht selber retten. Er ist unfrei, bestimmt von Trieben, die ihn in die Abhängigkeit führen und Wünschen, die auf dieser Erde keine wirkliche Erfüllung finden. Deswegen braucht er mehr als einen Guru, einen Augenöffner oder einen Propheten. Er braucht einen Erlöser, Befreier, einen Messias. Jesus kam nicht nur als Lehrer oder Vorbild. Er kam, um zu sterben. Durch seine Menschwerdung, sein vollkommenes Leben, seinen Opfertod am Kreuz und seine Auferstehung von den Toten am dritten Tag befasste er sich mit dem Wurzelproblem der Sünde. Seitdem ist es für den Einzelnen möglich, von der Sünde befreit zu werden. Diese Befreiung und Heilung ist ein Prozess, der an einem bestimmten Punkt beginnt. Nämlich der Moment, wo ich anfange, Jesus für ein neues Leben zu vertrauen.

 

Glaube ist der Schlüssel

Glaube ist nicht nur ein intellektuelles Verständnis. Etwas zu glauben heißt, sich auf etwas zu verlassen, jemandem oder etwas zu (ver)trauen.

„Der Glaube eines Menschen ist nicht die Meinung, die er vertritt. Sein Glaube ist das, wonach er lebt.“ (George MacDonald)

Dieses Vertrauen kann nicht einfach nur theoretisch, theologisch und intellektuell sein. Vertrauen ist immer persönlich und praktisch. Vertrauen ist Beziehungsgrundlage. Es stützt sich darauf, wer jemand ist. Jesus vertrauen bedeutet, heute damit anzufangen, ihm nachzufolgen – ein Jünger zu werden.